Der neue BMW 3er in Bestform

Der neue BMW 3er in Bestform

Der Markt in der Mittelklasse wird aufgemischt, denn seit dem Februar 2012 steht der neue 3er von BMW bei den Händlern. Zunächst zwar nur als Limousine, denn Coupé, Cabrio, GT und Kombi folgen erst später, voraussichtlich sukzessive ab Herbt 2012. Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies die wichtigste Baureihe von BMW, denn rund jeder Dritte verkaufte Wagen stammt aus diesem Segment. Optisch wirkt er jetzt erwachsener und aggressiver, ausserdem wurde ihm das neue Markengesicht verpasst, welches bereits aus dem 1er bekannt ist. Doch ist der neue 3er einen zweiten Blick wert?

Was die Bayern mit besonderem Stolz präsentieren, sind die drastisch gesunkenen Verbrauchswerte. Dank einer serienmässigen Start-Stopp-Automatik und 40 Kilo weniger Gewicht durch intelligente Leichtbauweise, genehmigt sich der neue Beau rund 20% weniger Sprit. Eine weitere grosse Neuerung ist der sogenannte Fahrerlebnisschalter. Wer es gerne flott mag, stellt auf Sport oder gar Sport Plus. Das Fahrwerk versteift sich, die Gasannahme wird präziser, die Lenkung schärfer und die (optionale) 8-Stufen Automatik aggressiver. Dann gibt es noch den Comfort Modus für gemütliches dahingleiten und einen Eco Plus Modus, bei dem die Effizienz höchste Priorität hat. Klingt gut, kostet auch. Denn im Vergleich zum Vorgänger haben sich die Basispreise bei jedem Modell um ca. 2000 CHF erhöht, was den Mehrwert und das Selbstvertrauen der Marke repräsentiert.

Kommen wir zur Motorisierung. Als Benziner stehen die Motoren 320i (184 PS, 6.2 l, 47’900 CHF), der neue 328i (245 PS, 6.4 l, 55’900 CHF), dank Bi-Turbo Aufladung äusserst genügsam, und das Topmodell 335i (306 PS 7.5 l, 64’000 CHF) am Start.
Unter den Selbstzündern präsentieren sich die Aggregate 316d (116 PS, 4.4 l, 45’600 CHF), 318d (143 PS, 4.5 l, 47’600 CHF), 320d EfficientDynamics Edition (163 PS, 4.1 l, 51’200 CHF), sowie 320d (184 PS, 4.6 l, 50’700 CHF).
Im Herbst 2012 gesellt sich erstmal ein 3er ActiveHybrid zur Familie. An den 335i wird ein Elektromotor gekoppelt, womit sich die Systemleistung auf 340 PS erhöht und 450 Nm auf die Räder wirken. Der Verbrauch soll bei respektablen 6.4 Litern liegen.

Die Liste der Sonderausstattungen ist wie gewohnt schier endlos. Als Kunde hat man die Wahl, optional 2360 CHF für die Sport-, Modern- oder Luxury-Line hinzublättern, für einen BMW, welcher das eigene Selbstbild bestmöglichst widerspiegelt. Je nach Wahl ändert auch die Farbe des Autoschlüssels. Neu für den 3er ist ein Head-Up Display, natürlich gegen Aufpreis, welches fahrrelevante Daten auf die Windschutzscheibe projiziert.
Ansonsten sei nur soviel gesagt: Ein vollgepumpter 335i kommt gefährlich nahe an die 100’000 CHF Grenze und das ist alles andere als Mittelklasse, wie es der 3er eigentlich sein sollte.

Von den Abmessungen her ist die Limousine sowohl in der Länge, in der Breite als auch in der Höhe gewachsen und bietet somit ausreichend Platz für vier erwachsene Personen und der Komfort lässt auch nach vielen Kilometern nicht nach. Dies liegt nebst den grosszügigen Platzverhältnissen auch am Fahrwerk, welches im Comfort Modus Unebenheiten recht sauber ausgleicht. Ist dagegen Spass angesagt, so ist es im Sport Plus Modus straff und direkt und lässt den 3er zum wahren Kurvenkönig mutieren. In einem Fahrdynamiktest gegen die Mercedes C-Klasse Limousine, eine direkte Konkurrentin des BMWs, wurde der Benz regelrecht “C-klassiert”, um die Wortwahl des Testers zu wiedergeben.

Fakt ist, dass BMWs neuester Wurf wahrscheinlich in der Liga der (oberen) Mittelklasse neue Massstäbe setzt. Die Konkurrenz darf den Anschluss nicht verlieren, doch gerade das ist es, was den Markt belebt.
Was mir nicht so gefällt ist ein Statement von einem Vorstandsvorsitzenden von BMW, der in einem Interview erwähnte, dass es BMW gelungen ist, durch weniger Arbeitsschritte und effizienteren Technologien die Kosten für die Produktion beim 3er zu senken. Doch anstelle dies den Kunden in Form eines attraktiveren Preises weiterzugeben und die Konkurrenten ins schwitzen zu bringen, wurden die Preise gegenüber dem Vorgänger erhöht. Dies hinterlässt bei mir einen etwas schalen Nachgeschmack, obwohl ausser Frage steht, dass dieser BMW sein Geld definitiv wert ist.
Ach ja, selbstverständlich wird es zur Krönung dieser Baureihe auch noch einen M3 geben, voraussichtlich 2013. Zu den Zahlen hüllt sich BMW vorläufig in Schweigen. Wir dürfen gespannt sein.

(Bilder: Diverse Quellen)

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