DS 7 Crossback: One Way to Paris

DS 7 Crossback: One Way to Paris

Dass der Eiffelturm das Wahrzeichen von Paris ist, daran gibt es wohl nichts zu rütteln. Natürlich verfügt die Stadt der Liebe und des furchtbaren Strassenverkehrs noch über viele weitere Sehenswürdigkeiten. Seit kurzem verfügt die Metropole sogar über eine Automarke, welche die Werte in die weite Welt hinaus trägt: DS Automobiles. Leider ist die Nobelmarke von Citroën hierzulande immer noch wenig bekannt, sodass man als SUV-Interessent kaum darauf kommt, den DS 7 näher zu betrachten. Dabei entgeht einem einiges, denn kaum ein anderes Auto besinnt sich so sehr auf seine Wurzeln und hebt sich dabei so stark von der Konkurrenz ab!

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, doch ob einem der DS7 nun gefällt oder nicht, so muss man ihn einfach für die grenzenlose Liebe zum Detail lieben. Das beginnt beim feinen Muster des Kühlergrills, zieht sich über die zweifarbigen Felgen und endet bei den Lichtern. Sie sind so schön wie ein beleuchtetes Schaufenster eines Juweliers, vorne wie hinten. Die dynamische Lichtshow der Scheinwerfer ist spektakulär, sie bringt jede Frau zum dahinschmelzen. Da kann Mercedes mit seinen Swarowski-Kristallen gleich einpacken!

2018 DS 7 Crossback
Wunderschön gestaltete Lichter rundum.

Haute Couture wird in Paris gross geschrieben, zahlreiche renommierte Modehäuser
und -Designer stammen von hier. Als wäre DS Automobiles nebenbei eine Schneiderei, lässt sich der DS7 Crossback in diversen Design-Lines ordern, sie bestimmen Ledersorte, Musterung, Zierelemente sowie Farben. Der Testwagen ist mit der «Performance Line» ausgerüstet, das heisst: Schwarzes Alcantara soweit das Auge reicht, schwarze Sportsitze, schwarzer Dachhimmel, Aluminium-Pedalerie sowie Aluminium-Zierelemente.

2018 DS 7 Crossback
Die Performance Line ist eine von vier möglichen Ausstattungs-Trims.

Bis auf die Hebel hinter dem Lenkrad scheint jedes Element im Innenraum direkt aus dem Design-Studio zu kommen. Die Mittelkonsole mit ihren zentral angeordneten, skulpturalen Fensterhebern könnte man genauso gut als «Modern Art» ins Louvre stellen. Die liebevoll gezeichnete Uhr, die erst beim Motorstart sichtbar wird, stammt aus dem Hause B.R.M. und würde sich auch am Handgelenk gut machen. Ausserdem ist der grosse Touchscreen perfekt integriert und stört die Linienführung nicht.

2018 DS 7 Crossback
Das Interieur ist von weichen, rundlichen Formen geprägt.

Selbstverständlich fügen sich das Design des Screens sowie des digitalen Cockpits perfekt in die DS-Welt ein, Schwarz und geometrische Formen dominieren das Bild. Meiner Meinung nach verdient dieses Auto sämtliche Designawards. Nur selten wirkt das grosse Ganze so stimmig und nimmt obendrein einen so grossen Bezug zur Heimat.

2018 DS 7 Crossback
Fensterheber in der Mittelkonsole. Kann man machen? Kann man machen!

Erfreulicherweise ist auch die Verarbeitungsqualität auf dem Niveau, das man angesichts der Materialien erwartet. Einzig das Fach unter dem Touchscreen, wo sich die USB-Anschlüsse befinden, schliesst zumindest im Testwagen nicht bündig, was den Qualitätseindruck etwas trübt. Die grösste Frage ob der ganzen Liebe zum Design ist allerdings, wie es um die Praktikabilität des SUVs steht. Da kann ich Entwarnung geben: Der DS7 Crossback steckt ordentlich was ein!

2018 DS 7 Crossback
Die Silhouette mit dem rundlichen Heck erinnert etwas an den Audi Q5.

Dank der kurzen Motorhaube sind nicht nur die Platzverhältnisse im Fond, sondern auch der Kofferraum überdurchschnittlich gross. Darüber hinaus wartet der DS7 mit einem doppelten Ladeboden, automatischer Heckklappe mit Gestensteuerung, grossen Türablagen sowie einer Mittelkonsole, in die auch ein kleiner Einkauf rein passt, auf. Unter der Haube ist dafür Downsizing angesagt: Selbst der stärkste Benziner muss mit 1,6 Litern Hubraum für Vortrieb sorgen.

2018 DS 7 Crossback
Eine Uhr, so schick, man würde sie am liebsten abmontieren und selber tragen.

Eigentlich fast schon unnötig zu erwähnen, dass der durchgestylte DS7 Crossback ein reines Strassen-SUV ist, es gibt keinen Allradantrieb, selbst die bei Peugeot und Citroën übliche Grip Control ist beim DS 7 kein Thema, ausserdem es sind performance-orientierte Reifen aufgezogen. Das könnte im Zusammenhang mit der Performance Line hohe Erwartungen an die Fahrdynamik wecken, diese müssen allerdings gleich wieder begraben werden.

2018 DS 7 Crossback
Der Touchscreen ist schön integriert, doch die Bedienung nicht immer einfach.

Die Ausstattung bezieht sich rein auf die Optik und der DS7 versteht sich trotz schnittiger Optik nicht als Sportler, sondern als Gleiter. Der verhältnismässig kleine Benziner arbeitet ausgesprochen ruhig, was auch der Akustikverglasung zu verdanken ist. Die Fahrgeräusche bleiben so auch bei höherem Tempo dezent, was den DS7 zum prädestinierten Langstrecken-Auto macht.

2018 DS 7 Crossback
Die Sportsitze vorne, komplett aus Alcantara, passen wie angegossen.

Dank der umfangreichen Assistenz-Armada ist teilautonomes Fahren auf der Autobahn möglich. Die Assistenzsysteme arbeiten dabei auf extrem hohem Niveau: Sie «steuern» das Auto menschlich, also sanft und einigermassen vorausschauend. Apropos vorausschauend: Optional ist eine Kamera erhältlich, welche die Strasse scannt und das Adaptivfahrwerk so voreinstellt, dass man möglichst wenig von der Strasse und ihren Unebenheiten mitbekommt. Der fliegende Teppich muss da als Marketing-Instrument herhalten. Leider war der Testwagen nicht damit ausgerüstet.

2018 DS 7 Crossback
Auch die hinteren Passagiere reisen angenehm mit.

Durch die ausgewogene Abstimmung kann man es durchaus etwas zügiger angehen lassen, es kommt nicht gleich hoher Seegang auf im DS7. Die Lenkung ist zwar leichtgängig, aber dennoch präzise, sodass man sich nicht zu abgekapselt fühlt. Übertreiben sollte man es allerdings nicht, denn wer das SUV zu sehr scheucht, wird mit erheblicher Seitenneigung bestraft, ausserdem wirkt der Motor dann sehr angestrengt und das Getriebe versucht hektisch, denn passenden Gang zu wählen, was nicht immer gelingt. Im Sport-Modus wird alles noch schlimmer. Künstlicher Motorsound der übelsten Sorte wabert durchs Auto, ausserdem schaltet das Getriebe auf einmal sehr aggressiv durch die Gänge, was überhaupt nicht zum geschmeidigen Charakter des SUVs passt.

2018 DS 7 Crossback
Wie man sieht, passt einiges rein.

Besser also, man verzichtet auf den Sport-Modus und fahrdynamische Eskapaden, um stattdessen den Komfort und die Ruhe an Bord zu geniessen. Dafür, dass die Franzosen mit DS ganz klar auf Premium setzen, ist der Preis des Testwagens mit 59’400 Franken sehr fair und gerechtfertigt. Trotz des stylischen Äusseren und Inneren leidet der Nutzwert nicht. So hat man stets ein kleines Stück Paris mit sich – ohne Einbussen und ohne einen überrissenen Preis dafür zu bezahlen.

2018 DS 7 Crossback
Design, Design, Design: Kein vergleichbarer Konkurrent ist so extravagant gestylt wie der DS 7.

Alltag 

Ohne ausufernde Abmessungen schafft es der DS7 dank kurzer Haube und Verzicht auf Allradantrieb, sehr grosszügige Platzverhältnisse anzubieten. Ausserdem ist er für ein SUV handlich.

Fahrdynamik 

Eine zügigere Fahrweise ist noch kein Problem, auch dank der präzisen Lenkung. Wirklich sportlich kann man aber aufgrund des komfort-betonten Fahrwerks nicht unterwegs sein. Der Sport-Modus passt leider absolut nicht zum Auto.

Umwelt 

Eigentlich sollte der frontgetriebene DS etwas haushälterischer mit dem Sprit umgehen als die Allrad-SUVs im selben Segment. Der Testverbrauch von 7,8 l/100 km mit einem downgesizten 1,6-Liter Motor zeigt, dass dem nicht so ist.

Ausstrahlung 

Ich würde so weit gehen und behaupten, dass das Design dieses Auto mit Abstand der grösste Kaufgrund sein könnte. So viel Liebe zum Design und so viel Stil findet man nur selten.

Fazit 

+ Extravagantes Design mit viel Liebe zum Detail
+ Komplett durchgestyltes Interieur
+ Diverse Design-Lines erhältlich
+ Bequeme Sportsitze
+ Grosszügige Platzverhältnisse
+ Materialanmutung und Verarbeitung auf sehr hohem Niveau
+ Tiefer Geräuschpegel
+ Komfortables Fahrverhalten
+ Präzise Lenkung
+ Umfangreiches Angebot an Assistenzsystemen
+ Fairer Preis

– Unpassender Sport-Modus
– Erhöhter Verbrauch
– Menüführung des Infotainmentsystems teils sehr komplex

Mängel am Testwagen

– Keine Mängel

Steckbrief

Marke / ModellDS7 Crossback
Preis Basismodell / Motorisierung / Testwagen36 550 CHF / 46 550 CHF / 59 400 CHF
AntriebBenzin, Frontantrieb
Hubraum / Zylinder1598 ccm / R4
Motoranordnung / MotorkonzeptFrontmotor / Turbomotor
Getriebe8-Gang Automatikgetriebe
Max. Leistung165 kW bei 5500 r/min
Max. Drehmoment300 Nm bei 1900 r/min
Beschleu­nigung 0–100 km/h8,3 s
Vmax227 km/h
NEFZ-Verbrauch / CO2 Emissionen / Energieeffizienz5,8 l/100 km / 134 g/km / E
Test-Verbrauch / CO2 Emissionen / Differenz7,8 l/100 km / 180 g/km / +34%
Länge / Breite / Höhe4,57 m / 1,89 m / 1,63 m
Leergewicht1595 kg
Kofferraumvolumen555 - 1752 l

Bilder: Koray Adigüzel

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