Trend bei Autokäufen geht zu Benzinern und E-Autos

Trend bei Autokäufen geht zu Benzinern und E-Autos

Das vergangene Jahr brachte der Schweiz einen neuen Rekord bei der Anzahl der neu zugelassenen Fahrzeuge. Das geht aus den offiziellen Zahlen hervor, die vom Bundesamt für Statistik der Schweizerischen Eidgenossenschaft veröffentlicht wurden. Danach war der Anteil der neu zugelassenen Güterfahrzeuge und Elektroautos im Jahr 2017 besonders hoch.

Der Dieselskandal hat erheblichen Einfluss auf die Trends beim Autokauf

Vor allem der Dieselskandal, von dem zahlreiche europäische Autohersteller betroffen sind, machte sich bei den Neuzulassungen besonders stark bemerkbar. Die Zahl der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen reduzierte sich 2017 im Vergleich zu 2016 um stolze 9,4 Prozent. Die Zahl der Zulassungen von Fahrzeugen mit Benzinantrieb stieg im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent. Wagen mit Hybridantrieb erfreuten sich ebenfalls einer stark steigenden Beliebtheit. Hier wurde im Vergleichszeitraum ein Plus von 11,9 Prozent verzeichnet.

Das mit Abstand grösste Wachstum bei den Fahrzeugzulassungen ist jedoch bei den E-Autos zu verzeichnen. Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 39,8 Prozent mehr Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb zugelassen als im Vorjahr. Zum Jahresende 2017 zählte das Bundesamt für Statistik insgesamt mehr als 14’500 Elektroautos mit Zulassung in der Schweiz. Einen steigenden Trend weisen ausserdem Fahrzeuge mit Allradantrieb auf.

Regelungen der Europäischen Union machen sich auch in der Schweiz bemerkbar

Obwohl die Schweiz selbst kein Mitglied der Europäischen Union ist, sind die Eidgenossen von der dortigen Gesetzgebung direkt betroffen. Viele Schweizer arbeiten als Pendler beispielsweise in Deutschland. Dort wurden nicht nur Umweltzonen in den meisten Städten eingeführt, sondern von ersten Metropolen auch streckenweise Fahrverbote für Dieselwagen verhängt. Die Konsequenz ist, dass sich die Pendler aus der Schweiz nach Alternativen umschauen müssen.

Allerdings lassen sich vor allem ältere Dieselautos aufgrund dieser Entwicklungen nur schlecht als Gebrauchtwagen verkaufen. Deshalb ist es sehr praktisch, dass von einigen Autoverwertern mittlerweile ein kostenloser Autoabbruch angeboten wird. So können sich die Betroffenen zumindest die Verschrottungsgebühren sparen. Bei einem Verkauf an die Autoverwerter werden die weiterhin nutzbaren Rohstoffe gewonnen und einem Recycling zugeführt. Wer Dieselwagen zum Dumpingpreis an Gebrauchtwagenhändler ausländischer Herkunft abgibt, muss immer damit rechnen, dass sie in Entwicklungs- und Schwellenländer verkauft werden und von dort aus das globale Klima weiterhin belasten.

Elektroautos sind gleich mehrfach lohnenswert

Dass vor allem die Zahl der Neuzulassungen bei den Elektroautos stark ansteigt, wundert nicht. Es ist der umweltfreundlichste Antrieb, welcher derzeit auf dem Markt ist. Die Technik hat sich so verbessert, dass mittlerweile auch erhebliche Reichweiten zur Verfügung stehen. Der Ausbau der Ladesäulen schreitet europaweit rasch voran. An vielen Standorten ist inzwischen die Schnellladung möglich, wodurch sich die Wartezeit beim Aufladen der Akkus verkürzt.

Wer eine Fotovoltaikanlage besitzt, profitiert gleich mehrfach, denn dann liefert die Sonne die Energie zur Aufladung der Akkus über einen grossen Teil des Jahres gratis. Viele Unternehmen unterstützen den Trend zur Schonung der Umwelt und bieten ihren Angestellten die Gratis-Aufladung der Akkus auf den betriebseigenen Parkplätzen an. Pendler, die in Deutschland arbeiten, geniessen noch einen weiteren Vorteil. In einigen Städten laufen Testprojekte, bei denen die Besitzer von E-Autos Fahrspuren nutzen können, welche dem allgemeinen Verkehr sonst nicht zur Verfügung stehen. Das reduziert das Risiko, durch innerstädtische Staus Zeit zu verlieren.

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren droht irgendwann ein komplettes Aus

Inzwischen gibt es erste Länder wie beispielsweise Norwegen, in denen bereits feststeht, ab wann überhaupt keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden dürfen. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich weitere Länder in Europa diesen Plänen anschliessen. Die Reduzierung der klimafeindlichen Abgase von Fahrzeugen ist auch dringend notwendig. Nichtsdestotrotz verbessern die Hersteller weiterhin ihre Verbrennungsmotoren, denn Schätzungen zufolge wird der konventionelle Verbrenner auch im Jahr 2025 noch einen Marktanteil von ca. 50 Prozent haben. In den meisten Ländern wird das definitive Aus des Verbrenners daher wohl nicht so schnell kommen.

Zahlenquelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/medienmitteilungen.assetdetail.4342712.html

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