Cupra, das steht für Cupracing – eine Bezeichnung und Ehre, die früher nur den schärfsten Seat-Modellen zuteil wurde. Seit 2018 ist Cupra eigenständig und mittelfristig der Tod von Seat. Ursprünglich als zusätzliche Lifestylemarke etabliert, wird sich die margenstärkere Cupra-Marke innerhalb des VW-Konzerns durchsetzen. Einst Speerspitze, bald Eier legende Wollmilchsau. In der Zwischenzeit ist die Marke denn auch stark von der einstigen Bezeichnung abgedriftet. Cupracing war mal, mittlerweile ist Lifestyle, Design, Merchandising und Elektro angesagt. Sämtliche Verantwortlichen würden derzeit die beiden SUVs Tavascan und Terramar ins Rampenlicht schieben. Wie zuvor erwähnt: Viel Lifestyle, viel Design, viel Elektro, natürlich viel Marge – aber herzlich wenig Cupracing. Auch beim Leon ist die Modellpalette gross, nur die schnelle Variante VZ ist in meinen Augen ein echter Cupra. Der Kombi ist erfrischend oldschool in der heutigen Zeit – und ein Leon, der Geschichte schreibt; weil er der erste seiner Art ist, der quer geht. Was für ein Vergnügen!
Cupra
Cool Hatch: Cupra Born VZ
Ein ganzes Segment ist nahezu ausgestorben, nämlich das der Hot Hatches – erschwingliche, Fahrspass-orientierte Autos. Aufgrund der grassierenden CO₂-Vorgaben hat sich eine Vielzahl Hersteller sang- und klanglos von diesem Segment verabschiedet. Würdiger elektrischer Ersatz ist bislang nicht in Sicht – der Abarth 500 geht in die richtige Richtung, ist aber zu schwach und kommt vor allem viel zu wenig weit. Oder steht die Antwort etwa schon da? Cupra hat seit rund einem Jahr die Performance-Variante VZ im Angebot. Die Leistungsdaten und die Grösse stimmen. Taugt der Cupra Born VZ als würdiger elektrischer Hot Hatch? Oder versinkt alles in der Emotions- und Bedeutungslosigkeit?
Cupra Formentor VZ5: Lang lebe der Verbrenner
Cupra hat ein neues Topmodell und zwar eines, das es erstens wirklich in sich hat und zweitens den Markenkern vollumfänglich erfüllt. Der Formentor VZ5 trägt Audis legendären Fünfzylinder unter der Haube und dieses Auto ist nicht nur in sämtlichen Belangen besser und emotionaler als der Formentor Vierzylinder. Er ist auch ein fahrendes Verbrenner-Ausrufezeichen und erinnert alle Enthusiasten daran, wie grossartig es ist, ein Auto mit eigenständigem Charakter zu fahren oder sein Eigen nennen zu dürfen.
Cupra Leon ST: In die Nische gedrängt
Der Leon ST hat als richtiger Cupra, also als reiner Verbrenner, riesiges Potenzial. Doch wer in den Genuss davon kommen will, muss etwas Eigeninitiative an den Tag legen, denn es wirkt beinahe so, als wollte man andere Modelle besser verkaufen. Dabei hat der Leon gerade als Kombi bombastische Qualitäten zu einem fairen Preis. Er ist meiner Meinung nach keine Alternative zu den SUVs Ateca und Formentor, sondern schlicht das bessere Auto. Doch es gibt zum einen die Ausnahme, welche die Regel bestätigt sowie eine andere Tatsache, die das Potenzial dieses Power-Kombis hemmt.
Cupra Formentor: Fürs Auge, aber nicht fürs Herz
Der Cupra Formentor ist das erste komplett eigenständige Modell der spanischen Performance-Marke. Er ist zwar ein echtes Designerstück und hebt sich optisch von Konzernbrüdern und der allgemeinen Konkurrenz stark ab. Doch das mit der Eigenständigkeit ist – wie oft im VW-Konzern – so eine Sache. Und obwohl es den Formentor nur als Cupra gibt, so ist er sowohl als Hybrid, wie auch mit einem deutlich schwächeren Basismotor erhältlich. Bleibt am Ende also nur das coole Design oder steckt mehr dahinter?
Cupra Ateca: Bizeps aus Stahl
Die Frage, ob ein SUV als erstes Modell einer expliziten Sportmarke das Richtige ist, ist durchaus berechtigt. Beim Blick auf die Statistiken macht ein SUV aber durchaus Sinn, zumal der Ateca in seinem Segment mit dieser Leistung nur auf zwei Konkurrenten trifft – welche beide ebenfalls zum Volkswagen-Konzern gehören. So gesehen haben die Spanier also eine neue Nische besetzt, nämlich jene der Power-SUVs im Kompakt-Segment. Aber genug Positionierungs-Theorie, denn um was es hier wirklich geht, ist die Fahrdynamik. Trägt der Ateca das wilde Cupra-Logo zu Recht? Ist er nur schnell, oder kommt auch Fahrfreude auf?