vw golf vii

Der VW Golf VII ist da

1974 nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf, als der erste VW Golf, dessen Name sich übrigens vom Golfstrom im Altantik ableitet, das Licht der Welt erblickte. Heute, nach weltweit über 28 Millionen verkauften Fahrzeugen, steht der siebte Golf in den Startlöchern. Seine bescheidene Bestimmung: In die Fussstapfen seiner Vorgänger zu treten und weiterhin die Zulassungsstatistiken anführen. Auf den ersten Blick sieht der neue Golf aus wie ein Golf VI mit Facelifting. Aber es steckt weit mehr im jüngsten Modell.

“Das Design des Golfs ruht in sich selbst”, so VW-Chefdesigner Klaus Bischoff. Obwohl keine grossen Veränderungen sichtbar sind, sehen das die Designer ganz anders. Der Golf folgt dem Trend und ist etwas länger, breiter und flacher geworden. Als ganz wichtig erachten sie den sogenannten “Cab-Backward-Eindruck”, der dann entsteht, wenn die Motorhaube lang und die Fahrgastzelle weit hinten liegt – ein Merkmal von Oberklassefahrzeugen. Dadurch, dass die Vorderräder um vier Zentimeter nach vorne gerückt sind, wurde dieser Eindruck ermöglicht, obwohl er rein subjektiv ist. Ausserdem ist es anscheinend eine grosse Veränderung, dass die Motorhaube jetzt höher ist als die Kotflügel. Naja, mir ist es nicht aufgefallen. Die Scheinwerfer, dessen DRL (Daytime Running Lights) jetzt im Stile der Angel Eyes von BMW leuchten, verpassen dem Golf einen unpassend aggressiven Blick.
Schlussendlich sei es für VW wichtig, ein modernes sowie vertrautes Design zu erschaffen, damit der Golf schlichtweg als Golf identifiziert wird. Grundsätzlich ist es ja in Ordnung, keine grossen Experimente zu wagen, wenn das Auto gut ankommt, aber das Exterieur des Golfs wirkt zuweilen schon etwas brav und konservativ.

Auch das Interieur ist zurückhaltend gestaltet. Auffälligstes Merkmal ist, dass die gesamte Mittelkonsole mit 5″ Touchscreen sich jetzt dem Fahrer zuneigt, der Ergonomie und Sicherheit zu Liebe. Der Längenzuwachs geht vor allem zu Gunsten des Kofferraums, der jetzt 380 statt wie vorher 350 Liter fasst. Ausserdem verspricht VW ein paar Zentimeter mehr Platz für alle Insassen. Ansonsten wirkt das Interieur schlicht und aufgeräumt, nichts sticht ins Auge. Serienmässig sind übrigens sieben Airbags im Golf verteilt.

Zur Markteinführung im November 2012 stehen vier Motoren zur Wahl. Zwei Benziner mit 85 und 140 PS, wobei letzterer mit der Zylinderabschaltung arbeitet und unter Teillast nur auf zwei Töpfen kocht. Für die Dieselfraktion stehen ebenfalls zwei Motoren mit 105 und 150 PS zur Verfügung. Alternative Antriebe folgen erst 2013 – ein klares Minus, denn da ist die Konkurrenz schon weiter.
Dafür holt VW Hightech an Bord: Dank Leichtbauweise wiegt der neue Golf, je nach Ausstattung, bis zu 100 Kilo weniger als sein Vorgänger. Ausserdem basiert der Golf wie auch der neue Audi A3 auf dem MQB. Serienmässig gibt es jetzt eine Start-Stop-Automatik, eine Multikollisionsbremse (bremst nach dem ersten Aufprall automatisch ab, um Folgeunfälle zu vermeiden) und ein Bremsenergie-Rückgewinnungssystem. Doch das ist nicht alles: Die optionale Liste der Verführungen, sprich Sonderausstattungen, ist sehr lang. Adaptives Bi-Xenon Kurvenlicht, Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistent, Tot-Winkel-Assistent, Parkassistent, und so weiter, und so fort. Wer nicht gerne einsam fährt, kann sich eine Schar an Assistenten dazu ordern. Doch nicht nur beim Kauf, auch während der Fahrt sind Entscheidungen gefragt, zum Beispiel, welcher der Modi Comfort, Eco, Normal und Sport es denn heute sein darf.

Da der Einstiegspreis bei 23’400 CHF bleibt, sieht es so aus, als ob durch die umfangreichere Serienausstattung und der Gewichtsersparnis dem Kunden viel geschenkt wird. Doch das stimmt nur bedingt, denn durch die MQB-Bauweise spart der VW Konzern bis zu 30% bei der Herstellung seiner Modelle. Dieser Preisvorteil wird nicht im gesamten Umfang an die Käufer weitergegeben.
Der Golf bleibt somit solide Durchschnittsware und wahrscheinlich ist das sein Erfolgsrezept. Er wird nie ein Eyecatcher oder Trendsetter sein und trotzdem träumen alle anderen Hersteller von seinen Zulassungszahlen.

(Bilder: Diverse Quellen)

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