Maserati – wo das Gaspedal zum Taktstock wird. Wer kennt sie nicht, die Symphonien, welche die V8-Aggregate aus unserem südlichen Nachbarland von sich geben. Emotionen pur, kein Vergleich mit einem Dieselmotor. Moment. Maserati und Diesel?! Das habe ich mir im ersten Moment eben auch gedacht. Aber dann ist mir in denn Sinn gekommen, dass auch Jaguar im XF Sportbrake ausschliesslich Dieselmotoren anbietet und die Welt deswegen nicht untergegangen ist. Maserati will den Absatz massiv erhöhen und um eine breitere Klientel anzusprechen, muss eben auch ein Diesel ins Portfolio – insbesondere für den europäischen Markt. Wieviel Sportwagen steckt im Quattroporte? Und wie viele Emotionen müssen der Vernunft weichen?
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Mercedes C-Klasse: Künstliche Intelligenz am Steuer
Die Längsverstellung des Sitzes ist manuell. Ein Schiebedach ist nicht vorhanden. Und – komischer Gedanke im Dezember, ich gebe’s zu – klimatisiert sind die Sitze ebenfalls nicht. Wie schäbig! Ein Minimum an Luxus darf man doch von einem Mercedes erwarten?!
Kleiner Scherz am Rande. Erstens: Selbstverständlich sind die oben erwähnten, dem Testwagen vorbehaltenen Annehmlichkeiten, in den Tiefen der Aufpreisliste zu finden. Zweitens: Alle anderen erdenklichen und unerdenklichen Schikanen hat Mercedes der C-Klasse mitgegeben. Mittelklasse? Die Mercedes C-Klasse spielt locker in der First Class. Was man da fährt, ist ein Stückchen Zukunft. Wer keine Hot-Stone-Massage und einen halben Liegesessel im Fond benötigt, um Staatsoberhäupter zu transportieren, kann getrost auf die S-Klasse verzichten. Die C-Klasse hat mich sogar für einen kurzen Moment sprachlos gemacht – und ich dachte, mittlerweile habe ich als Autoblogger schon alles erlebt, was es zu erleben gibt. Tja, ich bin eben doch noch ein Greenhorn.
Hemdsärmliger Sportler: Subaru WRX STi
Er kostet 500 Franken Aufpreis, ohne irgendwelchen praktischen Nutzen zu bieten. Er polarisiert und reizt die Gemüter. Er behindert die Sicht nach hinten. Und trotzdem: Der monströse, liebevoll «Frittentheke» genannte Heckspoiler gehört zum WRX STi, wie der symmetrische Allradantrieb zu Subaru gehört. Es ist sein Markenzeichen, seine Identität, sein Stolz – ein WRX STi ohne Heckspoiler ist in meinen Augen kein echter WRX STi. Hätte Subaru mir einen Testwagen ohne Spoiler versprochen, ich hätte ihn nicht angenommen. 😉
Das zweite schlagkräftige, jedoch im Basispreis inbegriffene Argument, ist der altbekannte 2,5-Liter Boxermotor. Mit seinem grummelnden, unverkennbaren Boxer-Sound macht er dem stärksten Subaru ordentlich Feuer unter dem Hintern. Eines vorneweg: Es gibt weitaus modernere, zeitgemässere Autos mit demselben Spasspotential wie jenes vom WRX STi. Aber genau deswegen, weil der charismatische Japaner so anders und auf seine Weise hart, aber doch herzlich ist, muss man ihn mögen – und zwar mit Heckspoiler.
Kia Optima: Mehr Sein als Schein
Der Kia Optima ist auf meinem Blog ein alter Bekannter, denn die Hybrid-Version wurde schon einmal von mir getestet, wobei das Auto zwar durchaus positiv angekommen ist, aber doch Verbesserungspotenzial bot. Jetzt ist das Facelift-Modell da und die grösste Neuerung ist, dass der Optima auch als Diesel (wie im Test) erhältlich ist. Beim Namen Optima denkt man unweigerlich an “optima(l)” – ist der Kia Optima wirklich so optimal, wie sein Name indirekt verspricht?
Infiniti Q50S Hybrid: It’s magic
Ausnahmsweise muss in diesem Fahrbericht etwas weiter ausgeholt werden, um den Testkandidaten vorzustellen. Es entspricht nämlich der traurigen Tatsache, dass die Automarke Infiniti manchen Leuten kein Begriff ist. Also: Infiniti wurde 1989 als Nissans Luxusmarke gegründet und ist ähnlich positioniert wie Toyotas Edelmarke Lexus. Seit 2008 ist Infiniti auch in Europa präsent, wobei 2013 die Netzwerkstrategie (dazu am Schluss mehr) geändert und gerade mal 83 Neufahrzeuge zugelassen wurden. Zum Vergleich: Immerhin 190 Maseratis fanden im letzten Jahr den Weg auf unsere Strassen. Der Q50S Hybrid zeigt aber, welches gewaltige Know-how in der Marke steckt. Ein gleichermassen faszinierendes wie charakterstarkes Auto, das mit dem Antrieb, der rein elektronischen Steer-by-Wire Lenkung und den Assistenzsystemen nicht nur überzeugt, sondern übertrumpft.
Chevrolet Malibu: Ferienstimmung
Schon der Name lädt zum Verweilen ein: Malibu. Wer assoziiert das nicht mit Strandferien oder erfrischenden Cocktails? Wenn man sich den Malibu anschaut, so verbindet man ihn mit einer langen, komfortablen Reise, dessen Ziel durchaus etwas mit Strand und den erwähnten Cocktails zu tun haben könnte.
Der Malibu ist in Amerika als sogenannter Mid-Size-Sedan (Mittelklasse Limousine) etabliert wie hierzulande der Golf. Seit 2012 wird er auch in Europa angeboten, um mit einem günstigen Preis in der Mittelklasse mitzumischen. Technisch steht er auf derselben Plattform wie der Opel Insignia, wird aber ausschliesslich als Limousine angeboten. Bietet er also genügend Argumente, um sich auch auf dem anspruchsvollen europäischen Markt durchzusetzen und die Vorurteile gegenüber amerikanischen Autos zu widerlegen?