Der Zeekr 7X liefert die geballte Tech-Kompetenz, die Zeekr derzeit zu liefern hat. Doch nicht nur das, auch die klassischen Auto-Tugenden beherrscht das Auto fast schon beängstigend gut. Obendrauf kommt noch ein Preis, der absolut betrachtet zwar kein Schnäppchen, aber verglichen mit Wettbewerbern dennoch eine echte Kampfansage ist. Trotzdem ist der Zeekr 7X aber kein Wunder, denn hin und wieder steht sich das Auto mit seiner Technologie leicht selbst im Weg.
china
Mazda 6e: Schick, aber störrisch
Mazda nimmt sich Zeit für eine eigene Mittelklasse-Plattform, um Elektroautos zu bauen. Um die Zeit zu überbrücken, nutzen die Japaner eine Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Changan. Der Mazda 6e hat also absolut gar nichts mit dem alten Mazda 6 gemein, sondern ist eine Limousine im selben Segment, von Changan entwickelt und von Mazda feingetunt. Dass klingt eigentlich vielversprechend, da die Chinesen solide Elektro-Antriebstechnik entwickeln und Mazda hohen Wert auf Qualität legt. Doch in der Umsetzung hapert es. Der Mazda 6e hat einige beeindruckende Stärken, aber leider auch einige eklatante Mängel. Ob man angesichts des sehr attraktiven Preises von deutlich unter 50’000 Franken darüber hinwegsehen will, muss jeder selbst entscheiden.
Zeekr X: Der will hoch hinaus
Mit dem kleinen SUV X versucht sich der chinesische Nobelhersteller Zeekr in der Kompaktklasse. Die Idee ist simpel: Viel Power und luxuriöses Feeling zu einem attraktiven Preis. Wenn man das Paket genau betrachtet, besetzen die Chinesen eine interessante Nische. Im Test zeigt sich das SUV von seiner Schokoladenseite. Abgesehen von ein paar ärgerlichen Details hat das Auto massives Potenzial.
Zeekr 001: Showeinlage mit Ausrufezeichen
Mit Zeekr prescht ein weiterer Player aus China auf den Schweizer Markt, und zwar mit hohen Ambitionen: Die Marke sieht sich im Premium-Segment positioniert, entsprechend nimmt Zeekr mit dem 001 unter anderem auch die deutsche Elite ins Visier. Hinter Zeekr steht ein grosser Player, trotzdem ist das Auto erfreulich eigenständig. Während der Zeekr 001 mich qualitativ zu Begeisterungsstürmen verleitet, so gibt es beim Antrieb leider einiges zu bemängeln. Trotzdem müssen sich gewisse Hersteller angesichts des neuen Wettbewerbers verdammt warm anziehen!
Leapmotor C10: Schrulliger Preiskracher
Es gibt immer mehr chinesische Hersteller, die den europäischen Markt für sich entdecken und Leapmotor ist ebenfalls einer. Chinesische Autos sind meistens nicht sehr teuer, doch Leapmotor definiert sich ausserordentlich stark über den Preis. Das hier gezeigte Mittelklasse-SUV C10 gibt es beispielsweise inklusive Komplettausstattung für 37’900 Franken – kein europäischer Hersteller kann hier preislich auch nur ansatzweise mithalten. Nun ist es aber so, dass man beim C10 zwar viel Auto und viel Komfort, aber auch ein paar mehr oder weniger störende Eigenheiten mitkauft. Die Chancen stehen aber hoch, dass das Auto per Software-Update laufend besser wird.
BYD Seal: Made in China ist cool
Der BYD Seal hat genau zwei Probleme. Erstens: Das Auto verfügt über kein bis ein schlechtes Image. China? Sollte man nicht unterstützen. China? Die können keine guten Autos bauen. China? Keine angemessene Qualität, «Temu-Kiste» war eines der weniger netten Vorurteile, die ich angesichts des Testwagens gehört habe. Wobei: Wenn man sich so anschaut, wie viel Umsatz Temu in der Schweiz generiert, dann sollten sich die genannten Vorurteile in Nullkommanichts in Luft auflösen, zumal BYD im Gegensatz zu Temu definitiv seriöser auftritt. Zweitens: BYD? Nie gehört. Was ist das? Sprich: Es gibt da draussen sehr viele Leute, welche die Marke nicht kennen und mindestens genauso viele, die haltlose Vorurteile gegenüber der Marke haben. Aber meiner Meinung nach sind das Argumente, die sich mit der Zeit von alleine erledigen, denn das Auto spricht für sich. Der BYD Seal ist angesichts seines Preises eines der besten Autos in seinem Segment.
MG Cyberster: Das China-Wunder
Schaut euch die etablierten Hersteller an, zu denen ein elektrischer Roadster ins Portfolio passen würde. Lotus. Jaguar. Porsche. Audi. BMW. Mercedes. Tesla hat seinen Roadster gefühlt vor einem Jahrzehnt angekündigt, passiert ist seither nicht viel. Und ausgerechnet die Chinesen hauen mit dem MG Cyberster ein automobiles Erdbeben auf den Markt. Man kann ja von China halten, was man will, aber die Chinesen haben nicht nur Mut, die können auch was. Ich habe viel über den Cyberster gelesen und geschaut und es wird immer an diversen Punkten über das Auto genörgelt. Ich sage: Bullshit. Natürlich könnte auch am MG der eine oder andere Punkt verbessert werden, aber wenn ich jetzt ein Elektroauto kaufen müsste, es wäre der Cyberster. Vergesst Rundenzeiten und Topspeeds jenseits von 250 km/h. Ich predige einmal mehr, worum es bei einem Fahrspass-Auto – und bei einem Roadster erst recht – geht: Feeling. Und hier überzeugt der Cyberster auf ganzer Linie.
Lotus Emeya 900: Unberechenbarer Gentleman
Man könnte ein Buch darüber verfassen, wieso ein Auto wie der Emeya, ohne Insassen fast 2,6 Tonnen schwer, den Lotus-Badge trägt. Aber das ist ähnlich wie die ewige Grundsatzdiskussion, ob Elektro oder Verbrenner besser ist – beides hat hier schlicht keinen Platz, stattdessen werden die Autos von mir auf Herz und Nieren getestet. Eine kurze Einordnung erlaube ich mir dennoch. Lotus, eigentlich weltberühmt für puristische, kleine und messerscharfe Sportwagen, wurde 2017 vom chinesischen Konzern Geely übernommen mit der Strategie, luxuriöse Hochleistungs-Elektroautos zu bauen. Besagte Chinesen führen übrigens unter anderem auch Volvo und Polestar. Grund für die Übernahme war, dass die Briten einmal mehr arg in wirtschaftliche Schieflage geraten sind. Eine Zukunft wie bis anhin war schlicht nicht mehr tragbar und es ist nachträglich einfach, über die Situation zu motzen. Tatsache ist aber, dass jeder Petrolhead, der finanziell überdurchschnittlich gut aufgestellt ist, mitschuldig an der Misere ist. Hätte nur jeder Zehnte, der sich aufgrund der Alltagstauglichkeit für einen Porsche Cayman entschieden hat, stattdessen einen Lotus gekauft, wäre der Lauf der Zeit wahrscheinlich ein anderer gewesen. So, nun habe ich aber genug ausgeholt. Schliesslich geht es hier und heute um den Emeya, aber so viel kann ich schon verraten: Nicht nur in der Geschichte von Lotus gibt es Auf und Abs, sondern auch in diesem Review.
Polestar 4: Design vor Tugend
Es ist noch gar nicht so lange her, da war Polestar ein Synonym für Motorsport und richtig böse Volvo-Modelle; ich erinnere an dieser Stelle gerne an den famosen V60 Polestar. Dann hat sich die Marke eigenständig gemacht mit dem Ziel, elektrische Performance-Modelle zu fertigen. Und während die ersten beiden Modelle es durchaus ernst mit der Sportlichkeit meinten, so ändern sich beim Polestar 4 doch allmählich die Vorzeichen. Der schick gezeichnete Crossover ist ein Blickfang und ein gutes sowie cooles Auto, doch es bleibt sowohl ein Fragezeichen als auch ein Ausrufezeichen in meinen Gedanken zurück.
BYD will in der Schweiz durchstarten
Nachdem BYD seine Autos beinahe in ganz Europa verkauft und auch in den Medien omnipräsent ist, startet der absatzstärkste Hersteller von elektrischen Autos auch in der Schweiz. Die Chinesen bieten ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, simple Konfiguration sowie ein klassisches Vertriebsmodell. Ausserdem arbeitet der Hersteller in einem sehr hohen Takt und verspricht bis auf Weiteres ein neues Modell alle zwei Monate. Zum Marktstart stehen die Modelle Seal, Sealion und Seal U DM-i zur Verfügung. Eine erste Testfahrt in der Limousine Seal wirkt vielversprechend!
MG4 Xpower: Unausgewogen, aber cool
Fahrenthusiasten mit durchschnittlichem Budget warten immer noch auf einen elektrischen Hot Hatch. Der Abarth 500 geht zwar in die richtige Richtung, Platzangebot, Reichweite und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen jedoch dagegen. Ausgerechnet die Chinesen, welche die ehemals britische Marke MG nun besitzen, bringen mit dem MG4 Xpower einen auf dem Papier heissen Kandidaten ins Rennen. Mit 320 kW Leistung und 600 Nm Drehmoment sprengt er mal eben sämtliche Leistungsmesslatten – zu einem Preis, der sogar besagten Abarth unterbietet. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Nun, um es vorwegzunehmen: Ist es (leider) auch. Trotzdem setzt der MG4 Xpower das eine oder andere Ausrufezeichen, ohne dass der Fahrspass zu kurz kommt.
Smart #1: Andere Erscheinung, bekannter Charakter
Der Autohersteller Smart ist nicht mehr, wer er einmal war. Von den knuffigen und kultigen Kleinstwagen hat man sich verabschiedet, stattdessen setzt man fortan auf vielseitigere Elektroautos. Auch die Eigentumsverhältnisse haben sich geändert, Smart gehört nun nicht mehr zu Daimler (Mercedes), sondern zu den Chinese Geely, die auch Volvo unter ihrem Dach haben. Es besteht jedoch ein Joint Venture zu Mercedes, sodass insbesondere das Design noch die Handschrift von Stuttgart trägt. Der Smart #1, der Erste der Neuzeit, ist zwar optisch nicht mehr mit der Historie zu vergleichen, der Spirit ist aber immer noch derselbe. Ausserdem ist das Preis-Leistung-Verhältnis viel besser als in der Vergangenheit.
Mengshi Mhero 1: Grenzverschiebung
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt es mit der Grenzverschiebung wortwörtlich, der chinesische Autohersteller Mengshi Automobiles, eine Tochter von Dongfeng Motor Corporation – dasselbe Mutterhaus des Voyah Free – belässt es mit dem Mhero 1 bei technischer Grenzverschiebung. Oder soll das rein elektrische Offroad-Monstrum als subtile Wirtschaftskrieg-Erklärung interpretiert werden? Das überlasse ich mal dem Auge des Betrachters. Klar ist: Das Auto ist trotz ökologisch korrektem Elektroantrieb bereits optisch eine Kampfansage. Der Mhero 1 ist ein mit allen Wassern gewaschener Offroad-Krieger, der aber auch auf der Strasse überzeugt. Zeit für ein erstes Speed Date und das wiederum ist wortwörtlich gemeint, denn ausgerüstet mit vier Elektromotoren ist der Mhero 1 vieles, aber definitiv nicht langsam!