Vermutlich wird meine Mutter mir Zeit ihres Lebens vor jeder Fahrt sagen, ich solle vorsichtig fahren. Ich bin mir sicher, sie würde den VW Touareg mögen: Ein grosses, Sicherheit ausstrahlendes SUV, dass sich mit viel Komfort und noch mehr Hightech um das Wohlbefinden der Insassen kümmert. Überhaupt, die Ausstattung: Noch nie war VW so unverblümt Premium wie mit dem Touareg. Abgesehen vom entsprechenden Preis verfügt das grosse SUV aber auch über Macken, die sich nur schwer oder gar nicht austreiben lassen.
allrad
Hyundai Santa Fe: Das Streben nach mehr
Hyundai – alles dabei. Das war einmal, heute steht der Slogan «New thinking. New possibilities.» für die Marke. Dabei würde auch der alte Slogan wie die Faust aufs Auge zum neuen Flaggschiff der Marke passen. Das SUV trägt die neue Designsprache, ist deutlich gewachsen und bietet mehr Komfort und Technik denn je. Der Sprung zum Vorgänger ist beachtlich. Allerdings steigt der Neue auch in Preisregionen auf, die bislang fremd für Hyundai waren.
Smart Traveler: Volvo XC40
Frauen werden ihn lieben, den Volvo XC40. Von all den Neuwagen, die ich in den letzten Jahren gefahren bin, widmet kein einziger dem treuesten und wichtigsten Begleiter einer Dame die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Doch der smarte Schwede verfügt oberhalb des Handschuhfachs über einen Haken, damit Frau ihre Handtasche elegant hinhängen kann. Dieses Detail ist aber noch längst nicht alles. Der jüngste SUV-Nachwuchs der Schweden trifft mit seinem Auftreten und seinem Package total den aktuellen Zeitgeist. Leider hapert es ausgerechnet unter der Haube.
SsangYong Musso: Harte Schale, weicher Kern
Pick-Ups erleben aktuell auch in Europa einen ziemlichen Aufwind. Die Koreaner waren diesbezüglich Vorreiter, denn der Musso ist bereits die zweite Pick-Up-Generation und beerbt den Actyon Sports. Der Musso bieten den Insassen ein komfortables Ambiente, kann aber auch ordentlich zupacken und fühlt sich im härteren Gelände ebenso zu Hause wie auf Schnee und Asphalt. Wie es halt bei Pick-Ups so ist, ist für den Alltagseinsatz zusätzliches Zubehör empfehlenswert. Ausserdem frage ich mich, ob die Koreaner angesichts des Modellnamens Assoziationen mit einem gewissen Diktator tatsächlich wünschen…
Audi A8: Die Seele baumeln lassen
Es sind die Details, die den Unterschied machen – und einem auch nachhaltig in Erinnerung bleiben. Beim Audi A8 waren es die Türgriffe. Sie funktionieren elektromechanisch, das heisst, man zieht leicht am Griff und schon gleitet einem die Türe entgegen. Beim Aussteigen reicht ein kleiner Zug am Türgriff und die Türe springt bereits auf. Das ist nur ein sehr kleines Beispiel dessen, wozu der A8 in der Lage ist. Hightech und Fahrkomfort erreichen in diesem Auto ein neues Niveau. Man nimmt sehr gerne darin Platz, es ist mindestens so gemütlich wie die Stube, wenn nicht sogar noch besser ausgestattet. Wer aber wirklich das von Audi propagierte Nonplusultra erleben möchte, muss viel investieren – und noch eine Weile warten.
Hormonspritze: Seat Leon Cupra ST 370 by ABT
Beim Leon Cupra ST ab der Stange besteht zwischen dem Design und dem Verhalten des Autos eine gewisse Diskrepanz. Das Design mit bösem Blick, scharfen Sicken, sportlich gezeichneten Felgen und dahinter schimmernder gelochter Bremsscheibe schürt hohe Erwartungen – und ein etwas verwegener Charakter. Doch die erhoffte Verwegenheit tritt nicht mal ansatzweise zu Tage. Schnell, aber brav wie ein Lamm absolviert der Kombi seine Aufgabe. Der Cupra ST 370 mit ABT Leistungstuning bringt genau die nötige Schärfe mit, die der Serie fehlt!
Next Level: Audi A7 Sportback
Ein Druck auf die Fernbedienung und die Show kann beginnen. Mit einem für ein Auto durchaus spektakulären Lichtspiel begrüsst der Audi A7 Sportback seinen Fahrer. Nicht schlecht! Aber das ist nur der Anfang. Dieser todschicke Gran Turismo ist bis unters Dach mit Hightech vollgestopft, fast so leise wie ein schalltoter Raum und begeistert mit einem messerscharfen Handling. Vorsprung durch Technik? Aber sowas von. Dieses Auto ist sogar weiter, als es das Gesetz erlaubt.
Schweigen und Geniessen: BMW M550d Touring
Was für ein Gegensatz: Die Bayerischen M-Modelle zelebrieren unverhohlen ihre Muckis und überbieten sich gegenseitig mit offensiver und angriffslustiger Ausstrahlung. Und dann gibt es den M550d Touring. Ein fast schon unscheinbarer Kombi, trotz serienmässigem M-Sportpaket. Seine Kraft scheint in sich zu ruhen, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Innert Sekundenbruchteilen kann der Kombi seine kultivierte Hülle fallen lassen und den Rohling zum Vorschein bringen! Dies trägt er aber nicht nach aussen, denn: Ein Gentleman schweigt und geniesst.
Jeep Compass: Mangelnde Fitness
Wer regelmässig ins Fitness geht, lässt sich auch von harten Workouts nicht gleich aus der Reserve locken. Wer jedoch erst frisch begonnen hat und voller Elan gleich mit viel Gewicht startet, merkt schnell, wie anstrengend das eigentlich ist! Damit wären wir direkt bei unserem Kandidaten, dem Jeep Compass. Der gestrafte Testwagen muss mit einem Mini-Benziner auskommen und steht permanent vor demselben Problem, das ein Fitness-Neuling hat, der sich übernimmt. Nur: Während der Fitness-Neuling einfach das Gewicht reduzieren kann, kann der Jeep keine Karosserieteile über Bord werfen.
Alfa Romeo Stelvio: Der Pfeffer in der Suppe
Es hat lange gedauert, bis sich Alfa Romeo endlich mit attraktiven Autos wie Giulia und Stelvio zurückgemeldet hat. Und so schön die Giulia auch sein mag, die Hoffnung ruht natürlich auf dem Stelvio, der in das boomende SUV-Segment einsteigt. Noch ein SUV mehr in der unübersichtlichen Masse. Allerdings sticht der Italiener nicht nur optisch aus der Masse hinaus. Wenn man der SUV-Markt als die Suppe bezeichnen möchte, dann ist der Stelvio definitiv der Pfeffer darin. Pfeffer darum, weil er sich mit seiner Schärfe deutlich von der Konkurrenz abhebt! Wer darum selber über einen «Cuore Sportivo» in der Brust verfügt, ist beim Alfa genau richtig. Allerdings sollte man mit italienischer Leichtigkeit über die eine oder andere Schwäche hinwegsehen.
Kia Stinger GT: Die spinnen, die Koreaner!
Unzählige Male haben die Römer versucht, Gallien einzunehmen – scheiterten aber am enormen Widerstand von Asterix & Obelix und Co. Kein Wunder also, zeigt Obelix mit dem Zitat «die spinnen, die Römer», dass er nicht viel für sie übrig hat! In der echten Welt versuchen sich nun die Koreaner an einer Herkulesaufgabe. Quasi aus dem Nichts stellen sie einen potenten Gran Turismo auf die Räder, der geradezu skrupellos im Revier der etablierten Premium-Brands wildert. Das kann eigentlich gar nicht gutgehen… oder etwa doch? Jedenfalls schreit diese Kampfansage von Kia geradezu danach, ihren ganzen Stolz nach einem extra harten Massstab zu testen. Soviel vorneweg: Der Stinger-Test hat bewiesen, dass die Koreaner eindeutig nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Aber nicht aufgrund ihres Strebens nach mehr. Ganz und gar nicht.
Jaguar E-Pace: Wonneproppen mit Sportgenen
Der Jaguar F-Pace hat den Briten zu einem enormen Absatzschwung verholfen. Jetzt soll der kleine Bruder E-Pace, quasi der Baby-Jaguar, nachziehen und den Erfolg eine Klasse weiter unten fortsetzen. Soweit die Ausgangslage. Noch ein (Kompakt-)SUV. Wie sich der jüngste Jaguar-Spross von der Masse abheben soll, ist den Briten offensichtlich klar: Design und Sportlichkeit! Diesem Plan stehen jedoch zwei Probleme im Weg. Während sich das eine erstaunlich gut kaschieren lässt, könnte das andere den Plan tatsächlich gefährden.
Audi RS5: Eiskalter Spitzensportler
Wie gut, dass es Audi – natürlich gegen Aufpreis, nämlich 130 Franken, um genau zu sein – ermöglicht, die Ambientebeleuchtung individuell einzustellen. So kann der gesamte Innenraum in kühles, eisblaues Licht getaucht werden. Dieses gedämpfte Licht spiegelt den Charakter des RS5 Coupés perfekt wider. Audi schafft es, ein extrem tolles Auto mit nicht infrage zu stellenden Fähigkeiten zu bauen. Der RS5 ist unfassbar schnell, dazu unglaublich präzise… Doch mein Blut zum Kochen bringt er leider erst, wenn ich das Tempolimit, sagen wir mal, grosszügig interpretiere. Mein Versuch, mich mit dem Audi RS5 zu erwärmen, erzählt in fünf Akten.
Jaguar XF Sportbrake: Die Krallen müssen gewetzt werden
Der Jaguar XF Sportbrake steht sinnbildlich dafür, was uns die CO2-Grenzwerte antun. Erst kürzlich habe ich ein Buch gelesen, dessen Autor in seinen Beschreibungen «Jaguar mit zwölf Zylindern» verwendete. Der gute Mann lebt wohl noch in vergangenen Zeiten! Den neuen, fast fünf Meter langen Kombi gibt es praktisch nur mit ordinären Vierzylindern, lediglich das Topmodell fährt mit einem V6 vor. Angesichts des eher schmächtigen Motoren-Angebots läuft man schnell Gefahr, eine ziemlich antriebslose Raubkatze vor die Tür gestellt zu bekommen.
Subaru WRX STi: One last ride
Eigentlich liegt es mir fern, melancholische Töne anzuschlagen. Doch leider sind wir drauf und dran, eine Ikone zu verlieren: Den Subaru WRX STi. Die sich jährlich verschärfenden Grenzwerte für die CO2-Emissionen zwingen Subaru, die Rallye-Legende in Europa aufgrund den zu hohen Emissionen vom Markt zu nehmen. Herzliche Gratulation, ich hoffe, alle Grünen sind glücklich darüber! Um den charakterstarken Nippon-Sportler gebührend zu verabschieden, habe ihn mir nochmal zum Test geholt. Nehmt Anteil an der Abschiedsfahrt dieses Sportlers, der zwar nicht perfekt ist, aber mehr Rückgrat zeigt als viele andere Weichspüler da draussen.
Penthouse: Mercedes S-Klasse
Nein, einen exklusiven Ausblick bietet die S-Klasse nicht. Ebenso sucht man einen bordeigenen Whirlpool vergebens in der Aufpreisliste. Doch ansonsten bietet die Luxuslimousine ziemlich alles, was man in ein Auto packen kann – sowohl technologisch, als auch stilistisch und einrichtungsmässig. Ich möchte gar nicht lange um den heissen Brei herumreden. Die S-Klasse ist ein perfektes und fehlerfreies Auto. Hier stellt sich nicht die Frage, woran es scheitern soll, sondern, wo man einsteigt: Vorne links oder hinten rechts.
VW Arteon: Die wahre Spitze?
Ist VW Premium, oder nicht? Für die einen ja, für die anderen nein. VW selber zielt in Richtung Premium, ohne sich selber Premiumhersteller zu nennen. Phuu, würde es hier um eine Beziehung gehen, dann wäre «es ist kompliziert» wohl die richtige Bezeichnung! Fakt ist: Premium heisst Prestige und Prestige wiederum rechtfertigt hohe Preise. Beim Arteon ist der Fall ziemlich klar, denn die schicke Coupé-Limousine ist definitiv kein Billigheimer, sonders bietet als Top-Modell von VW die geballte Stärke von Wolfsburg. Nebst tadellosem Fahrverhalten bietet der Arteon fast schon verschwenderische Platzverhältnisse. Für ein selbst ernanntes Top-Modell ist der Wolfsburger allerdings nicht konsequent genug.
Volvo XC60: Ich rolle, also bin ich
Dieser Testwagen «gehörte» nicht mir alleine, sondern befindet sich für ein Jahr im Fuhrpark der auto-illustrierte. So, wie jeder Mensch seine eigene Persönlichkeit hat, hat auch jeder seine eigenen Vorlieben, wenn es um die Einstellungen im Auto geht. Und im Volvo XC60 gibt es jede Menge einzustellen! Stets alles aufs Neue einzustellen, nachdem Redaktionskollegen damit gefahren sind, wäre ein ganz schöner Krampf vor Antritt der Fahrt. Doch dem XC60 liegt es fern, seinen Fahrern Krämpfe zu verursachen. Nichtsdestotrotz sind die Preisliste sowie die Benzinabrechnung starker Tobak.
VW T-Roc: Da wäre Dagobert Duck neidisch
Wer kennt ihn nicht: Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt – bekannt für seine knallharten Verhandlungstechniken und seinen unübertroffenen Geiz. Würde der Fantastilliardär in den Automobilbau einsteigen, so würde er höchstwahrscheinlich ein Auto wie den VW T-Roc lancieren. Einen hippen, lässigen Crossover. Das Segment, das aktuell am stärksten wachst. Angesichts der zu erwarteten Absatzprognosen würden Dagobert’s Augen sich bestimmt in Taler-Zeichen verwandeln! Allerdings würde der Knauser an mehreren Orten den Sparhebel ansetzen, um die Fertigungskosten möglichst tief zu halten. Mittels einer gross angelegten Werbekampagne würde er sein Auto dann als etwas besonderes anpreisen – zu einem entsprechenden Preis. Genauso verhält es sich beim T-Roc!
Nissan X-Trail: Der Ausgeschlafene
Habt ihr in eurem Umfeld auch Menschen, die immer total ausgeschlafen sind? Solche, bei denen man sich fragt, woher sie nur die Zeit nehmen, immer entspannt und ausgeglichen zu sein. Genau an so jemanden erinnert mich der Nissan X-Trail. Dieser tritt total relaxt in der SUV-Masse auf. Dort, wo sich die anderen SUVs um die besten Plätze in Sachen Design und Motorenstärke streiten, reiht sich der X-Trail gemütlich auf den hinteren Reihen ein und verfolgt die Rangelei zwischen den Platzhirschen. Das ist jetzt nicht unbedingt eine schlechte Charaktereigenschaft, mir fehlten aber die berühmten Ecken und Kanten, damit das Auto bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlässt.