Die Franzosen haben zurückgeschlagen: Mit dem auf 500 Exemplare limitierten Renault Megane R.S. Trophy-R holen sie den Rundenrekord für Fronttriebler auf der Nordschleife zurück. Diese enorme Leistung schlägt sich auch auf der Strasse nieder: Der Trophy-R bringt die Fahrdynamik für einen Fronttriebler auf ein kaum greifbares Niveau. Zwar hat der Renner seinen Preis, doch wer das Maximum aus dem Auto rausholen will, findet kaum etwas vergleichbares.
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Mazda CX-30: Feiner Lückenfüller
Mazda baut das Portfolio mit dem kompakten CX-30 aus. Der Crossover basiert auf dem Mazda 3 und reiht sich zwischen CX-3 und CX-5 ein. Der Grund, warum der Neuling nicht CX-4 heisst, ist, dass die Japaner bereits ein ausschliesslich in China erhältliches CX-4 SUV im Programm haben. Doch genug mit Buchstaben und Zahlen jongliert. Viel wichtiger ist die Frage, was das SUV besser kann als der Mazda 3 und ob sich trotz identischer Technik der SUV-Aufpreis lohnt?
Renault Mégane R.S. Trophy: Das heimliche Sonderangebot
Dass der Renault Megane R.S. ein sehr fröhliches Gefährt ist, welches die Gabe besitzt, die Laune seines Fahrers massiv zu steigern, das konnte ich bereits letztes Jahr erfahren. Renault Sport hat bewiesen, dass sie es ernst meinen und nicht in erster Linie einen sportlichen Allrounder, sondern einen echten Sportler im Kompaktformat bauen. Jetzt setzen sie einen obendrauf und bieten eine Trophy-Version an, die natürlich alles etwas besser können soll. Die logischerweise daraus resultierende Frage, ob es denn Trophy denn braucht und ob er es wert ist, kann ich nur mit einem sehr deutlichen ja beantworten!
Ford Fiesta ST: Eier aus Stahl
Schon putzig, der Ford Fiesta ST. 4,07 Meter kurz, zwar sportlich gekleidet, aber alles in allem ziemlich dezent. Unter der Haube werkelt ein Dreizylinder, aber auf der Motorabdeckung sowie unter dem digitalen Tacho trägt der Fiesta stolz den Ford Performance Schriftzug. Wie süss, ein Kleiner, der gerne ein Grosser wäre! Naja, Träumen darf man ja. Doch der Fiesta ST träumt nicht, er lehrt der Konkurrenz das Fürchten! Was der kleine Kraftprotz auf der Strasse abliefert, ist kaum zu fassen. Er wirkt so zahm von aussen, dabei steckt ein echtes Raubtier hinter der zierlichen Fassade!
Seat Leon Cupra R: Manieren sind für Weicheier
Nichts ist so gross wie die Diskrepanz zwischen Papier und Strasse. Zur Krönung der Leon-Baureihe stellen die Spanier eine auf 799 Einheiten limitierte R-Version ihres Heisssporns auf die Räder. Der ist nichts Geringeres als das stärkste Seat Serienmodell aller Zeiten – doch der Output auf dem Papier liest sich dürftig. Wahnwitzige 7 kW leistet der böse R mehr als seine braven Brüder. Wer ein so fein kalibriertes Popometer hat, dass er dieses Leistungsplus spürt, soll sich bitte bei mir als Co-Tester melden. Die Leistung ist also zweitrangig. Trotzdem fährt der Cupra R zielgenau dorthin, wo sich profane Cupras nur selten verirren: Nämlich mitten ins Herz eines echten Petrolheads.
Toyota Yaris GRMN: Der Meister, der vom Himmel fiel
Die Hoffnung stirbt zuletzt, heisst es so schön. Kann Toyota noch Sportwagen bauen? Wird Toyota überhaupt noch Sportwagen bauen? Oder gibt es nur noch sparsame, aber langweilige Hybride? Okay, der GT86 ist per Definition zwar ein Sportwagen, aber die Verkaufszahlen sind alles andere als berauschend und das hat seinen Grund: Es fehlt dem perfekt ausbalancierten Handlingtalent einfach an Motorpower. Die nötige Power hat jetzt dafür ausgerechnet die Unschuld vom Lande bekommen: Der Yaris! Die kleine Knallbüchse zeigt auf eine herrliche Art und Weise, was herauskommen kann, wenn man den Performance-Ingenieuren einfach mal freie Hand lässt und Gedanken an Umwelt und Komfort beiseite schiebt!
Das Ende der Geschichte: VW Beetle
Insgesamt 320’637 Käfer hat die Amag gemäss eigenen Abgaben innert 35 Jahren verkauft – der Erste im Jahr 1948, der Letzte anno 1983. Macht 9161 Einheiten pro Jahr. Von solchen Verkaufzsahlen konnte der neue Beetle seit Anbeginn seiner Zeit nur träumen. 2017 wurden 300 Beetle neu zugelassen, was dem Niveau vom Audi TT entspricht – mit dem Unterschied, dass der Beetle eigentlich ein Auto für die Masse sein sollte, während der TT ein Nischenprodukt ist. Obwohl der moderne Käfer tolles Fahrverhalten mit trendigen Optikpaketen vereint, ist etwas gewaltig schief gelaufen. Stand er im Schatten der Konkurrenz aus dem eigenen Haus? Entfernte er sich zu sehr von seinen Käfer-Wurzeln? War er zu teuer? Wurde er falsch vermarktet? Von allem etwas? Fragen, die wohl nie abschliessend beantwortet werden. Zeit, mit dem Beetle Cabrio auf Abschiedstournee zu gehen.
Knallkörper: Hyundai i30 N
Was für ein Senkrechtstart! Aus sportlicher Sicht hat sich der Hyundai i30 aus dem Nichts vom Nobody zum Helden hinauf katapultiert. Dank dem scharfen Zusatz N, der sowohl für die Nürburgring Nordschleife als auch das Entwicklungszentrum Namyang steht, haben die Koreaner ab sofort einen heissen Kompaktsportler am Start! Der bietet nicht nur immensen Fahrspass, sondern schenkt einem auch ein wohlig warmes Gefühl ums Herz. Dass er mit einem kleinen Gewichtsproblem zu kämpfen hat, macht ihn nicht weniger attraktiv.
Honda Civic Type R: Das Alphatier
Um sich in den Honda Civic Type R zu verlieben, bedarf es keiner riesigen Tour oder gar einer Rennstrecke. Die erste Berührung mit dem kleinen Alu-Schaltknauf reicht aus und man weiss, wozu dieses Auto gebaut ist – und zu welchen Schandtaten es bereit ist. Mit diesem reinrassigen Kompaktsportler ist den Japanern ein Auto gelungen, dass man nach jeder Kurve und jedem Gangwechsel noch mehr liebt. Zu aller Überraschung ist der Type R, der von aussen einen Bad Boy par Excellence abgibt, sehr alltagstauglich und bei Bedarf äusserst lammfromm unterwegs!
Abarth 124 Spider: Die Stimme, die man nie mehr vergisst
Wenn man sich dem Abarth 124 Spider so nähert, kommt man ziemlich ins Straucheln, was man vom italienischen Roadster so halten soll. Da ist einerseits das aggressive Front-Design mit langer Schnauze und bösem Blick sowie auffälliger Folierung. Andererseits ändert das bissige Outfit nichts daran, dass der 124 Spider winzig ist und infolgedessen ziemlich putzig aussieht. Doch putzig ist an der Situation höchstens, wie falsch der Abarth bei ersten Begegnung eingeschätzt werden kann! Wenn der Skorpion zum Leben erwacht, tun es ihm die Toten gleich!
Subaru WRX STi: One last ride
Eigentlich liegt es mir fern, melancholische Töne anzuschlagen. Doch leider sind wir drauf und dran, eine Ikone zu verlieren: Den Subaru WRX STi. Die sich jährlich verschärfenden Grenzwerte für die CO2-Emissionen zwingen Subaru, die Rallye-Legende in Europa aufgrund den zu hohen Emissionen vom Markt zu nehmen. Herzliche Gratulation, ich hoffe, alle Grünen sind glücklich darüber! Um den charakterstarken Nippon-Sportler gebührend zu verabschieden, habe ihn mir nochmal zum Test geholt. Nehmt Anteil an der Abschiedsfahrt dieses Sportlers, der zwar nicht perfekt ist, aber mehr Rückgrat zeigt als viele andere Weichspüler da draussen.
Kia Stonic: Die graue Maus, die gar nicht so grau ist
Was hat man sich bei Kia nur dabei gedacht? Da wird ein lässiger, jugendlicher Crossover in pfiffigen Farben lanciert und wie bekomme ich mein Testauto? In tristem Grau. Der Innenraum ist keinen Deut besser: Schwarz in Grau, es kommt mir fast das Gähnen. Etwas mehr Mut zur Farbe bitte! Glücklicherweise hat sich der Stonic im Test als deutlich fröhlicher erwiesen, als man es aufgrund seiner Farbgebung vermuten könnte.
Nissan Qashqai: Alte Liebe rostet nicht
Also gut, ich gebe es zu, ich bin ein Nissan-Fan. Als mich Koray anfragte, ob ich zwei Nissan testen möchte, benötigte ich keine lange Bedenkzeit. Trotz meiner grossen Sympathie für die Marke, wollte ich den Autos möglichst neutral gegenübertreten. Wie ihr vielleicht gelesen habt, fuhr ich als erstes den X-Trail. Dieser konnte mich leider nicht vollends überzeugen, da halfen auch die ganzen Vorschusslorbeeren nichts. Doch bevor ich mich emotional von der Marke entkoppelte, gab ich dem Qashqai eine Chance. Keine einfache Gelegenheit!
Hyundai i30: Am Ziel angekommen
Schon seit Jahren wird der Hyundai i30 als die günstigere und kaum schlechtere Alternative zum Klassenprimus VW Golf gehandelt. Mit der dritten Generation ist Hyundai wohl definitiv dort angekommen, wo sie sein wollen. Preislich attraktiv ist der Kompakte nach wie vor, doch mittlerweile hat er so viel auf dem Kasten, dass der Konkurrenz angst und bange werden sollte. Nur mit der Lupe finde ich das Haar in der Suppe und das Problem der Unscheinbarkeit löst Hyundai neuerdings mit dem i30N.
Honda Civic: Der will nur spielen
Der Honda Civic Type R ist aufgrund seines Nordschleifen-Rekords und der Tatsache, dass er einer der kompromisslosesten Hot Hatches ist, in aller Munde. Dabei bleibt der normale Civic beinahe auf der Strecke. Man sollte allerdings nie vergessen, dass der Type R niemals so scharf sein könnte, wenn nicht schon die Basis stimmt. Der Civic steht, milde ausgedrückt, nicht gerade zuoberst auf der Hitliste der beliebtesten Kompakten hierzulande. Doch seine Stärken werden massiv unterschätzt!
Italienische Moral: Fiat 124 Spider
Es ist kein Geheimnis, dass der Fiat 124 Spider, der einen grossen Namen bei Fiat wieder belebt, eigentlich technischer Bruder des Mazda MX-5 ist. Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass die Italiener ihrem Roadster nicht nur optisch eine grosse Eigenständigkeit verleihen, sondern der Fiat und der Mazda ihren Fahrer allgemein ganz unterschiedlich ins Geschehen einbetten. Oder um es weniger abstrakt auszudrücken: Während der japanische MX-5 völlig bestrebt und pflichtbewusst auch harte sportliche Einsätze mit grosser Motivation angeht, verfügt der Fiat eher über eine italienische Lässigkeit.
Femme fatale: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio
Wer im Ausgang einer sehr attraktiven Frau begegnet, den verlässt schnell der Mut, wenn man nicht mit einem besonders ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet ist. «Die ist doch eh vergeben», oder «bei der habe ich nicht mal den Hauch einer Chance», dürften die häufigsten Zweifel sein. Auch bei der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio hat man sofort das Bedürfnis, ihre Rundungen zu berühren und intim mit ihr zu werden. Doch die muskulösen Kotflügel und fast schon lasziv angeordneten Endrohre machen kein Geheimnis daraus, dass Giulia mit einer harten Hand geführt werden will. Wer allerdings seine Berührungsängste überwinden kann, hat mit der temperamentvollen Italienerin nicht nur eine begnadete Tänzerin an seiner Seite. Auch die neidischen und bewundernden Blicke der anderen sind einem gewiss.
Zeitreise: Toyota GT86
Heutzutage ist Autofahren mit modernen Autos sehr einfach, insbesondere mit Automatikgetriebe. Einfach reinsetzen, Motor starten und losfahren. Selbst wenn man das Auto nicht kennt, verschwindet die eigentliche Tätigkeit – also das Fahren – aus dem Bewusstsein. Eben weil es so einfach, oder, besser gesagt, eintönig ist. Ganz anders mit dem Toyota GT86. Hier sind alle Sinne gefordert und das Autofahren wird viel bewusster wahrgenommen. Der kleine Sportler fordert den Fahrer – nicht, weil er übermotorisiert ist, sondern eher fast das Gegenteil. Um dieses Defizit auszugleichen, bedarf es eines guten Fahrers.
Strassenkrieger: Honda Civic Type R
Er ist wieder da. Und er hat zurückgeschlagen. Tatort: Nürburgring Nordschleife. Tatzeit: 24. April 2017 Tatverdächtiger: Ein Vorserienmodell des Honda Civic Type R der zehnten Generation. Mit einer Zeit von 7:43:80 ist er rund sieben Sekunden schneller als der Vorgänger und – viel wichtiger – vier Sekunden schneller als der VW Golf GTI Clubsport S, der dem bösen Civic den Rekord zwischenzeitlich streitig gemacht hatte. Mit einer Optik wie ein Strassenkrieger meldet sich der Civic zurück und die Frage aller Fragen lautet: Verspricht die brachiale Optik ein ebenso brachiales Fahrverhalten auf und abseits der Rennstrecke?
Verspielter Geselle: Citroën C3
Die jüngste Kreation der Franzosen kann man hübsch oder hässlich finden, doch ungeachtet dessen muss man den verspielt wirkenden Kleinwagen einfach witzig finden. Typisch französisch, sieht er anders aus als der Mainstream. Während sich über die Optik wie immer streiten lässt, ist das Konzept vom gediegenen Reisen alles andere als verkehrt und vielleicht täten andere Hersteller gut daran, die teils verbissene Sportlichkeit gegen etwas mehr Komfort einzutauschen.