2021 wurde der Jeep Grand Cherokee ennet des grossen Teichs präsentiert, mit etwas Verspätung ist er auch in Europa angekommen. Damit das grosse SUV Stellantis keinen Strich durch die CO₂-Rechnung macht, bleiben die fetten Motoren jedoch in Amerika – hierzulande ist der Jeep lediglich als PHEV mit Vierzylinder-Benziner erhältlich. Ob dieser Antrieb dem Grand Cherokee gerecht wird und ob der Luxus-Anspruch des Autos erfüllt wird, klärt dieser Test!
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Hyundai Ioniq 6: Eleganter Sparfuchs
Mit dem Ioniq 6 zeigen die Koreaner, dass ein effizientes Elektroauto elegant aussehen und auch ordentlich motorisiert sein kann. Der windschlüpfige Koreaner ist ein Eyecatcher und überzeugt mit moderner Technik und hohen Ladeleistungen. Allerdings ist der Ioniq 6 nicht ganz günstig und puncto Ergonomie und Raumangebot muss man Abstriche hinnehmen.
Alfa Romeo Giulia: Nostalgie
Nein, ich spreche nicht von der seligen Giulia der 60er-Jahre, sondern tatsächlich von der aktuellen Giulia, wie auf den Bildern unschwer zu erkennen ist. Und trotzdem: Diese Einfachheit und die Freude am Fahren, die ist in den sieben Jahren, in denen die Giulia uns nun schon beehrt, leider immer seltener geworden. Ja, auch Alfa Romeo arbeitet intensiv an der Elektromobilität, doch bevor es so weit ist, haben Giulia und Stelvio noch einmal ein sanftes Facelift erhalten. Viel hat sich dabei jedoch nicht verändert, weshalb es nun auch ein wenig von den persönlichen Präferenzen abhängt, ob man die neue Giulia veraltet oder begehrenswerter denn je empfindet.
Mercedes EQS SUV: Elektrisch um jeden Preis
Die Deutschen Premium-Hersteller haben das Luxuselektroauto-Segment entdeckt. Nach oben abgerundet wird dies bei Mercedes mit dem EQS SUV. Dieser Luxus-Stromer auf Basis der EQS-Limousine hebt Komfort, Ausstattung und Technologie auf ein extrem hohes Niveau. Während man dem Auto fahrerisch und technisch absolut nichts ankreiden kann, darf man das Konzept durchaus auch kritisch betrachten.
VW Golf R 20 Years: Teurer und wilder
Viel spezieller kann ein VW Golf wie im vorliegenden Fall nicht werden. Der ohnehin schon fahrdynamischste und stärkste Golf R aller Zeiten wird noch ein bisschen stärker, rebellischer und feierlicher. Das Jubiläumsmodell 20 Years blickt auf 20 Jahre Historie bis zum Golf R32 zurück, als noch ein Sechszylinder wüten durfte. Im R 20 Years kitzelten die Ingenieure ein paar Pferde mehr aus dem bekannten Vierzylinder-Turbo und stellten ein paar weitere Regler mehr in Richtung scharf. Somit ist der Golf R 20 Years ein Fest für alle Fahr-Enthusiasten, zumal die Konkurrenz aufgrund des grassierenden Elektro-Wahns praktisch nicht mehr vorhanden ist. Im Test zeigt sich, wie viel Fahrspass mit einem herrlich aggressiven Benziner möglich ist. Ob das Sondermodell als Sammlerstück und Wertanlage taugt, wage ich angesichts der viel stärker limitierten Edition 333 aber stark.
Starkstrom: Genesis GV70 Electrified
Unter anderem mit dem Genesis GV 70 startete die Marke 2021 auf dem Schweizer Markt, vorerst nur mit Verbrennermotoren. Angesichts des erklärten Ziels von Genesis, den Fokus verstärkt auf Elektroautos zu setzen, wurde das SUV 2022 elektrifiziert. Trotz Verbrenner-Plattform ist dies allerdings keine halbgare Angelegenheit, sondern fortschrittliche Technik, die unter der eleganten Karosserie des GV70 steckt. Der erste Eindruck des Autos wird überdacht, sobald die volle Leistung das erste Mal abgerufen wird.
Ford Ranger Raptor: Spielzeug für Grosse
Der Ford Ranger Raptor lässt in jedem Manne das Kind erneut aufflammen. Der von Ford Performance getunte Pick-up sorgt sowohl auf als auch abseits der Strasse für jede Menge Spass. Mit seinem brachialen Design, dem kernigen Motor sowie den fahrerischen Möglichkeiten auf Offroadpisten hebt er sich von ziemlich jedem anderen hierzulande erhältlichen Pick-up ab. Das grösste Problem ist, dass man in der Schweiz das Potenzial dieses genialen Trucks kaum ausloten kann.
Mercedes GLC Coupé: Geschniegelt und gestriegelt
Weil der persönliche Stil über die eigene Garderobe hinausgeht, bietet Mercedes vom GLC erneut eine schicke Coupé-Version an. Dieses tritt als 400e und somit als PHEV und als vorerst stärkste Motorisierung zum Test an. Das GLC Coupé beruft sich dabei auf klassische Mercedes-Tugenden und bietet einen formidablen Fahrkomfort. Je nach Konfiguration und Motorisierung lässt sich dieser Fokus allerdings auch verschieben. Ohnehin glänzt das SUV-Coupé mit einer Vielzahl an Individualisierungen und Möglichkeiten, sowohl optisch als auch technisch. Wirkliche Schwächen offenbaren sich im Test nicht, allerdings könnte Mercedes bei den Assistenzsystemen gewisse Anpassungen vornehmen.
Škoda Enyaq Coupé RS: Verkehrte Welt
An optischer Extravaganz fehlt es dem neuen Topmodell von Škoda, dem Enyaq Coupé RS, definitiv nicht, vor allem in der abgebildeten Farbe Mambagrün. Je nach Konfiguration sieht sogar ein sehr viel teureres und sportlicheres Porsche Cayenne Coupé viel dezenter aus. Jedoch ist die Namensgebung mit dem RS-Zusatz irreführend, denn es handelt sich zwar um das leistungsstärkste und somit auch das Topmodell innerhalb der Baureihe, doch ein richtiges RS-Modell ist das Enyaq Coupé deswegen noch lange nicht. Stattdessen liegen die Stärken paradoxerweise bei den pragmatischen Ansätzen, dem Komfort und der Effizienz.
Audi S3: Die nicht so goldene Mitte
Grundsätzlich ist es zu begrüssen, dass Audi den S3 Sportback weiterhin pflegt und einen Hot Hatch anbietet. Immer mehr Hersteller verabschieden sich nämlich aus dem Segment der Kompaktsportler – und bieten nicht einmal einen elektrischen Ersatz an. Man könnte also meinen, dass der Audi S3 in Anbetracht der schwindenden Konkurrenz leichtes Spiel hätte. Doch dem ist nicht so. Einerseits fehlt es dem Ingolstädter an Ausdruckskraft. Andererseits kommt der grösste Teil der noch bestehenden Konkurrenz ausgerechnet aus demselben Konzern. Die drängendste Frage, die sich mir daher stellt, lautet: Welche Zielgruppe spricht Audi damit an?
Audi RS 7 Performance: Weil man nicht genug haben kann
Ist ein Audi RS 7 nicht performant genug? Nun, Tuner ABT wie auch andere Veredler liefern mit ihren Kreationen die deutliche Antwort: Mehr geht immer und wird auch nachgefragt. Nun liefert Audi selbst nach. Der Audi RS 7 Performance hebt die Power an und sorgt mit weiteren Modifikationen für ein agileres und vor allem aggressiveres Handling. Während sich der Wagen an die Grenzen der Physik herantasten, geht das Ganze aber zulasten des Komforts. Ausserdem ist die RS-Endstufe noch lange kein all-inclusive Angebot.
Polestar 2 BST Edition 270: Spezielles Auto für spezielle Fahrer
Polestar festigt seinen Ruf als Hersteller von Performance-Autos und schärft den Polestar 2. Eine Leistungsspritze sowie diverse Modifikationen an Bereifung, Bremse und Fahrwerk heben die fahrdynamischen Fähigkeiten des schwedischen Stromers auf ein höheres Niveau. Leider belassen es die Schweden bei einer Kleinserie. Bleibt zu hoffen, dass dieses Auto den Weg zu echten Fahrenthusiasten findet, denn es braucht schon einen entsprechenden Fahrstil, um einen Mehrwert dieses Sondermodells zu spüren.
Genesis G80: Underdog on Tour
Nach dem Genesis G80 Electrified stellt sich nun der Benziner zum Test. Wirkt er neben dem leisen und starken Stromer wie ein Relikt? Oder hat der Benziner noch seine Daseinsberechtigung? Unabhängig vom Antrieb wirkt der G80 eher konventionell und setzt auf bewährte Tugenden statt auf ausufernde Digitalisierung. Wie bei allen Genesis-Modellen ist der Preis ein schlagendes Argument.
Genesis G70 Shooting Brake: Gegen den Strom
Mit dem G70 Shooting Brake hat Genesis sein Europa-Debüt hingelegt. Mittlerweile ist das Portfolio kräftig gewachsen, auch mehrere Elektrofahrzeuge sind dazugekommen. Der G70 dagegen ist noch ganz klassisch mit einem Verbrenner ausgerüstet und wirkt generell nicht so digital und modern wie manch anderes neues Auto. Seine Distanzierung zur automobilen Gegenwart und Zukunft ist sowohl sein Plus, als auch seine Achillesferse. Aber die kann er vielleicht mit seinem Design wieder ausgleichen…
Genesis G80 Electrified: Die Luxus-Alternative
Der Genesis G80 Electrified begeht eine Sünde, welche vor allem zu Anfangszeiten der Elektroautos begangen wurde und mittlerweile abgelegt wurde: Er steht auf eine Verbrenner-Plattform. Das hat einen – je nach Priorität – mehr oder weniger grossen Nachteil zur Folge. Abgesehen davon ist der G80 aber ein überraschend gutes Elektroauto und unabhängig vom Antrieb eine Luxuslimousine vom Feinsten. Darüber hinaus bedienen die Koreaner mit diesem Auto (noch) eine kleine Nische mit einem verhältnismässig fairen Preis.
Range Rover: Schloss auf Rädern
Obwohl die Menge an SUVs immer grösser wird, sticht der Range Rover wortwörtlich aus der Masse. Einerseits aufgrund seiner schieren Grösse, andererseits aber auch, weil sein Fahrgefühl sowie seine Fähigkeiten seinesgleichen suchen. Mit der Neuauflage haben die Briten nicht nur einen Ruf zu verteidigen, sondern wollen über sich hinauswachsen. Der neue Range Rover ist grösser und teuer als sein Vorgänger und verspricht ein noch höheres Level an luxuriösem Fahrkomfort bei gewohnter Vielseitigkeit im Gelände. Kann das Flaggschiff der Briten neue Massstäbe im Segment der Luxus-SUVs setzen?
Volvo C40 Recharge: Smarter Schwede
Volvo möchte auch ein Stück vom SUV-Coupé-Kuchen abstauben und schickt dazu den C40 Recharge ins Rennen. Wie der Name verrät, handelt es sich beim C40 um ein Elektroauto, das Design mit geschlossenem Kühlergrill unterstreicht das. Im Gegensatz zum Schwestermodell XC40 sind keine Verbrennermotoren im Angebot. Stattdessen punktet der C40 mit bärenstarkem Antrieb und top modernem Infotainmentsystem. Bezüglich der Effizienz hapert es allerdings.
DS 9 E-Tense: Haute Couture auf Rädern
Mit der DS 9 Limousine möchte Frankreich das etablierte Premium-Segment angreifen. Doch angesichts der ausschliesslichen Fertigung in China (da dort der grösse Absatz erwartet wird) darf man die Frage stellen, wie ernst es DS mit der Etablierung in Europa wirklich meint. Die Zulassungszahlen sind nach wie vor sehr tief und die DS 9 Limousine wäre prädestiniert um zu zeigen, was man will und kann. Komfort und Handwerkskunst sind auf ganz hohem Niveau, während die Assistenztechnik sowie der Antrieb leider zu wünschen übrig lassen.
Mercedes EQE 43 AMG: Viel hilft viel
Sagt hallo zum kleinen Bruder des Mercedes EQS. Der Mercedes EQE orientiert sich sehr stark am Elektro-Flaggschiff und muss punkto Luxus und Ausstattung auch kaum Abstriche hinnehmen. Im Prinzip ist alles am Auto etwas kleiner, wobei kleiner relativ betrachtet werden muss, denn der Mercedes EQE ist immer noch ein sehr grosses Auto. Dass AMG ein zufriedenstellendes, sportliches Auto bauen kann, daran hat wohl niemand gezweifelt. Insofern ist der Mercedes EQE auch ein faszinierendes Auto, doch es gibt das eine oder andere Fragezeichen. Und dann ist noch die Sache mit dem Verbrauch…
Peugeot 3008: Leistung mit gutem Gewissen
Der Peugeot 3008 hat ein Facelift und gleichzeitig das neue Markengesicht bekommen. Ansonsten sind die Änderungen überschaubar. In der getesteten Topmotorisierung mangelt es dem Franzosen definitiv nicht an Schub, doch das SUV sieht sich ganz klar auf der komfortablen Seite. Nach wie vor speziell ist das Antriebslayout mit drei Motoren, wodurch sich der Wagen von der zunehmenden Konkurrenz abhebt.